Finnlands Flammenwerfer in der Favoritenrolle – oder doch ein Heimsieg?
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WO landet Deutschland dieses Mal? Und gibt es politische Eklats? Am Samstagabend findet in Wien der diesjährige Eurovision Song Contest (ESC) statt. Alle Ereignisse zum ESC im Liveticker. 23:18 Uhr – Heimsieg für Cosmó? Das Recht des letzten Lieds haben die Gastgeber. Cosmó aus Österreich gehört das Wiener Heimspiel. Lustiger als Griechenland und Großbritannien ist er allemal. Mit seinem blauen Bowiestern ums rechte Auge. „Tanzschein“ heißt sein Song, der einzige durchweg auf Deutsch in diesem Jahr. Was ist ein Tanzschein? „Sie brauchen einen Tanzschein, da muss ich streng sein. Weil ohne Tanzschein lass ich Sie nicht rein.“ Als Beistand hat er Tänzer mit Tiermasken dabei für seinen Robomove. Auch wenn Cosmó nicht für Österreich gewinnt, man wird ihn nicht vergessen. Ein würdiges Finale zum Finale. 23:15 Uhr – BDSM-Rock aus Rumänien Rumänien sorgte für einen kleinen Aufreger in diesem Jahr. Alexandra Căpitănescus rockiger BDSM-Song fordert zum Würgen auf („Choke me“). Vereinzelt forderten Kritiker, den Beitrag zu disqualifizieren, da dieser gesundheitsgefährdende sexuelle Praktiken romantisiere. Die Sängerin erklärte, der Titel sei metaphorisch zu verstehen. „Ersticke mich mit deiner Liebe“, lautete ihre Botschaft. Wie auch immer der Song beim Rezipienten ankommen mag: Neben Rammsteins „Ich tu dir weh“ fällt die Lack-und-Leder-Nummer doch eher harmlos aus. 23:08 Uhr – Was für die Rockquote aus dem Norden „Ya Ya Ya“, den Songtitel kann man sich merken, den Song weniger. Was der tätowierte, schnauzbärtige und latzhosentragende Norweger Jonas Lovv hier mit seiner kleinen Kneipenrockband singt, kennt man vom Retrorock der frühen Nullerjahre. Auch vom ESC vergangener Jahre. 23:05 Uhr – Italienischer Retro-Schlager Sal Da Vinci ist mit 57 Jahren der älteste Kandidat im diesjährigen Teilnehmerfeld. „Per sempre sì“ („Für immer ja“) skizziert eine Beziehung vom ersten Kennenlernen bis zum Eheversprechen. Gleichsam klassisch erklingt der italienische Retro-Schlager. 22:58 Uhr – Shakira? Nein, Antigoni aus Zypern Antigoni tanzt, wie der Name es verlangt, in einem Säulengang für Zypern. Aus dem Boden winken Hände. „Jalla“ hört sich zwar arabisch an, gemeint ist allerdings nicht das arabische „Auf geht’s“, sondern einfach nur „immer mehr“. Das fragt sie dann auch: „You want more?“ Als zyprische Shakira stellt der deutsche Kommentator Thorsten Schorn sie vor. Den Song hat schon häufiger gehört. 22:55 Uhr – Brachialer Dance-Pop hinter Corona-Maske Für gewöhnlich ist Schweden immer für einen Sieg gut. In diesem Jahr rechnen die Buchmacher Felicia Eriksson allerdings nur geringe Chancen aus. „My System“ setzt auf einigermaßen brachialen Dance-Pop – vorgetragen hinter geschmackvoller Corona-Maske. „Jens Spahn kennt da jemanden“, wie Thorsten Schorn aus dem Off kommentierte. 22:48 Uhr – Litauische Sprachverwirrung Spanien ist nicht dabei. Eine der großen europäischen Rundfunkstationen boykottiert den ESC in Wien, weil Israel dabei ist. Dafür singt Litauen auf Spanisch: „Sólo quiero más“ – „Ich will einfach mehr“. Lion Ceccah ist dramatisch silbergrau geschminkt und steckt dabei in einer riesigen Robe wie ein Mönch von einem anderen Stern. Daraus befreit er sich und tanzt. Vor allem aber singt er nicht nur Spanisch, sondern auch Französisch, Italienisch, Englisch, Französisch, Deutsch – und Litauisch. „In humanity!“, ruft er am Ende seines Vortrags. 22:45 Uhr – Ein souliges Gebet für Polen Alicja Szemplińska hätte Polen bereits 2020 vertreten sollen – wäre ihr nicht die Coronapandemie in die Quere gekommen. Drei Jahre später konnte sie sich international präsentieren, als sie den offiziellen Song zur Handball-Weltmeisterschaft („Stick Together“) präsentierte. „Pray“ kommt für den ESC ungewöhnlich soulig daher. 22:38 Uhr – Finnland in der Favoritenrolle Für die Buchmacher ist Finnland der Favorit in Wien. Die Violinistin Linda Lampenius als Klassikstar mit „Playboy“-Ruhm und Pete Parkkonen als Sänger. „Liekinheitin“ ist der Flammenwerfer und geht etwa so: „Oh, du bringst mich zum Brennen. Ah! Du bist so heiß und doch eiskalt. Ein Flammenwerfer!“ Parkkonen sitzt im Morgenmantel am offenen Fenster wie in einem Beichtstuhl. Lampenius geigt im knappen weißen Kleid davor. Es brennt. Sehen so Sieger aus? 22:35 Uhr – Brechstangen-Rap aus Moldau „Viva, Moldova!“ lautet die unmissverständliche Botschaft des vielsprachigen Beitrags von Satoshi. Er wolle sein Heimatland Moldau als Teil des europäischen Kulturraumes präsentieren. Dafür setzt er auf einen Panflöten-Opener und Brechstangen-Rap. 22:28 Uhr – 17 Jahr, blondes Haar Frankreich, die Heimat der Eurovisionshymne, bietet mit Monroe eine Sopranistin auf mit „Zauberflöten“-Erfahrung. „Regarde“ handelt von der Liebe. Monroe ist erst 17, aber im Vortrag schon so energisch wie eine gestandene Diva. 22:25 Uhr – Großbritannien hält die Gaga-Fahne hoch Das Mutterland der Popmusik hält mit Retro-Bühnenbild die Gaga-Fahne beim ESC hoch. Elektronikmusiker Look Mum No Computer will „Eins, Zwei, Drei“ als Kommentar auf die Anstrengungen der modernen Arbeitswelt verstanden wissen. Getextet und komponiert hat er den Song mit Thomas Stengaard, der 2013 immerhin am Siegertitel „Only Teardrops“ von Emmelie de Forest mitgewirkt hatte. 22:21 Uhr – Mystisches vom Balkan Endlich so etwas wie Folklore: Lelek, fünf Sängerinnen aus Kroatien mit bemalten Gesichtern in zerrissenen Gewändern, singen im Chor ihren Song „Andromeda“. Auf der Videowand fliegt Weltraumschrott über die Bühne durch den Nebel. Tradition trifft Zukunft. 22:18 Uhr – Im Stuhlkreis der Gruppentherapie Bulgarien schickt „Unruhestifterin“ („Bangaranga“) Dara. Ihr Dance-Pop bemüht sich, im Stuhlkreis der Gruppentherapie einigermaßen abgedreht daherzukommen. 22:08 Uhr – Empfindsames aus Tschechien Was wären die Wege des Lebens ohne ihre Kreuzungen? Daniel Žižka singt für Tschechien im Sitzen in den Wolken und mit beeindruckendem Vibrato. Allein, dafür aber in einer Spiegelkulisse. Was „Crossroads“ fehlen könnte, um von den anderen Ländern mit Punkten bedacht zu werden, sind nachvollziehbare Strukturen im Song. Aber sehr schön. 22:05 Uhr – Aidan Cassar beim dritten Versuch dabei Er sei „eine Mischung aus Menderes und Friedrich Merz“, kommentierte Thorsten Schorn. Beim dritten Anlauf gelingt Aidan Cassar seine ersehnte ESC-Teilnahme für Malta. „Bella“ hat er gemeinsam mit Sarah Bonnici geschrieben, die ihre gemeinsame Heimat beim Eurovision Song Contest 2024 (verlinkt auf https://www.welt.de/kultur/musik/article251472104/ESC-2024-Live-Ticker-zum-Nachlesen-Nemo-gewinnt-fuer-die-Schweiz-Deutschland-wird-12.html) in Malmö vertreten hat. 21:58 Uhr – Vampire auch auf dem Balkan Progressive Metal aus Serbien: „Lavina“ mit „Kraj mene“. Der Sänger erhebt sich als Vampir aus einer Gruft und zeigt die Krallen. Viel Trockeneisnebel, Feuersäulen und Rammstein-Gitarren. Große Gesten, noch größeres Drama. Kam Dracula nicht aus dem Transsilvanischen? Ist das schon kulturelle Aneignung? 21:54 Uhr – Goodrem setzt auf ESC-typische Powerballade Delta Goodrem dürfte die bekannteste Teilnehmerin in diesem Jahr sein. Wie Kylie Minogue oder Natalie Imburglia wirkte auch sie einst in der australischen Daily Soap „Neighbours“ mit. Schon ihr Debütalbum „Innocent Eyes“ fuhr 2003 hierzulande Gold-Status ein – und 15-fach Platin in Australien. „Eclipse“ kommt als typische ESC-typische Powerballade daher. 21:48 Uhr – „Slava Ukraini!“ Russland fehlt, die Ukraine ist dabei mit Leléka und einer bewegenden Ballade. „Ridnym“ wird begleitet von einer Bandura, einer Art Laute. Sehr bewegend. „Slava Ukraini!“, ruft Leléka in weißen Ballkleid. 21:45 Uhr – Gaming-Sounds aus Griechenland Akylas gehört mit seinem Dance-Pop zu den Favoriten in diesem Jahr. Die Gaming-Sounds und Einblendungen im Stile alter Arcade-Automaten dürften jedoch schon den Hauptanteil bei den Wettquoten ausmachen. 21:40 Uhr – Dramatik aus Albanien Mit dramatisch auftrumpfendem Chor setzt Alis auf eine Extraportion Pathos. Sein „Nân“ („Mutter“) behandelt die Massenabwanderung junger Menschen aus Albanien in den vergangenen Jahren. Der Song fange den Schmerz der zurückbleibenden Eltern ein. 21:34 Uhr – Belgien mit Schneegestöber statt Pyro-Show Dass sich Belgien überhaupt für das Finale qualifizieren konnte, galt in dieser Woche als Überraschung. Zumindest die Buchmacher haben Essyla dort nicht gesehen. Die Sängerin setzt den ewig gleichen Pyro-Shows ein kleines Schneegestöber gegenüber. „Dancing on the Ice“ hat Nachdruck und bewahrt sich dennoch einen Hauch Mystik. 21:30 Uhr – Applaus für Israel Noam Bettan aus Israel singt seine Ballade „Michelle“. Proteste bleiben aus und draußen vor der Stadthalle. Und das bei der Vorgeschichte: den Boykottforderungen, den Demonstrationen und dem Fernbleiben von Spanien, Irland, Slowenien, Island und den Niederlanden. 21:24 Uhr – Sarah Engels rockt Wien Sarah Engels ist on „Fire“. Feuer auch auf der Bühne zwischen ihren Videostehlen für den Text. Wenn sie nervös ist, merkt es niemand. Wer fragt, warum sie brennt, vor Wut oder vor Liebe, hat den Schlager nicht verstanden. Welchen „Satellite“ hat Lena Meyer-Landrut vor 16 Jahren gemeint, als sie damit den ESC gewann? 21:20 Uhr – Dänemark fängt an Søren Torpegaard Lund aus Dänemark eröffnet die größte Musikshow der Welt, den 70. Eurovision Song Contest mit „Før vi går hjem“. Was so viel heißt wie: „Bevor wir nach Hause gehen“. Der Musicaldarsteller („Kinky Boots“, „West Side Story“) tanzt mit fünf Leuten in einem Aquarium. 21:15 Uhr – „Welcome to Vienna!“ Die Eurovisionshymne erklingt, „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier aus der Zeit Ludwigs XIV. Barock wirkt auch die Bühne in der Wiener Stadthalle. Ein Symphonieorchester spielt. Vorjahressieger JJ aus Österreich singt „Unknown“, einen neuen Song, und „Wasted Love“, sein Siegerlied aus dem vergangenen Jahr mit Tänzern und Artisten: „Welcome to Vienna!“ Die Kandidaten werden vorgestellt. Die Moderatoren Victoria Swarovski im smaragdgrünen Abendkleid und Michael Ostrowski im fliederfarbenen Hosenanzug begrüßen „10.000 Partypeople“. 21:00 Uhr – Das ESC-Finale in Wien hat begonnen In Wien hat am Samstagabend um 21.00 Uhr das Finale des 70. Eurovision Song Contest begonnen. 25 Lieder und ihre Interpreten kämpfen um den Sieg. Das Siegerlied steht nach der traditionell komplizierten Punktevergabe gegen 1:00 Uhr nachts fest. Für Deutschland geht mit der Startnummer 2 die Sängerin Sarah Engels mit der Dance-Nummer „Fire“ ins Rennen. In sozialen Netzwerken drückte unter anderem die deutsche Grand-Prix-Siegerin von 1982, Nicole („Ein bisschen Frieden“), die Daumen. 20:35 Uhr – Thomas Hermanns „nicht besonders glücklich“ mit „Fire“ Thomas Hermanns blickt skeptisch auf den deutschen ESC-Beitrag. „Sie ist eine tolle Performerin. Ich finde, sie hat eine der besten Pop-Stimmen in Deutschland“, sagte der Moderator im Hinblick auf Sarah Engels im Countdown der ARD. Mit dem Lied sei er hingegen „nicht besonders glücklich“. Er habe „das Gefühl, dass es retro ist, ohne es sein zu wollen“. Zudem sei der zweite Startplatz der „gefährlichste“ von allen. 18:05 Uhr – Sarah Engels geht mit Zuversicht ins Finale Bei Deutschlands ESC-Teilnehmerin Sarah Engels wächst unmittelbar vor dem Finale des Eurovision Song Contests die Zuversicht. Sie fühle sich gut, sagte die 33-Jährige der Deutschen Presse-Agentur nach der letzten Generalprobe wenige Stunden vor der Show. Engels wird von ihrer Familie unterstützt. „Meine Mama und mein Bruder werden in der Halle sein. Mein Mann sitzt natürlich neben mir auf der Couch“, sagte sie weiter. Alle Finalisten warten auf den Sofas im sogenannten Green Room auf das Ergebnis. 16:22 Uhr – Mehrere Tausend bei Protest gegen Israels ESC-Teilnahme Vor der Final-Show des Eurovision Song Contest (ESC) haben mehrere Tausend Menschen in Wien gegen die Teilnahme Israels demonstriert. Womöglich auch wegen des schlechten Wetters mit Wind und Regen kamen anfangs weniger als die angekündigten 3000 Teilnehmer zu der Protestkundgebung unter dem Motto „Keine Bühne für den Völkermord“, doch die Menge wuchs während des Protestmarsches an. Die Demonstranten warfen den ESC-Veranstaltern Heuchelei vor, weil Israel im Gegensatz zu Russland teilnehmen dürfe. Sie hielten Plakate mit „Freiheit für Palästina“ oder „Block Eurovision“ in die Höhe. Der palästinensische Botschafter in Wien, Salah Abdel Shafi, kritisierte die Teilnahme Israels scharf und nannte sie „eine Beleidigung für die Kunst, für die Kultur, für die Musik und für die Menschheit“. Er warf Israel Völkermord und ethnische Säuberungen vor. Er attackierte vor allem Deutschland für einen unkritischen Umgang mit Israel und dafür, dass das Schicksal eines gestrandeten Wales dort mehr interessiere als sterbende Kinder im Gaza-Streifen. 15:25 Uhr – Sarah Engels ist ausgeschlafen Deutschlands ESC-Teilnehmerin Sarah Engels geht ausgeschlafen in das Finale des Eurovision Song Contest. Die Nacht sei „ehrlicherweise ganz entspannt“ gewesen, sie habe ganze 7,5 Stunden geschlafen, sagte sie „Bild“. Das sei für sie als Mama sehr viel. „Also normalerweise zu Hause schlafe ich weniger als hier. Aber hier habe ich versucht, mir ein bisschen Ruhe zu gönnen in der Nacht“, so die 33-Jährige. 14:15 Uhr – Polizei nennt Lage „sehr ruhig“ Vor der Final-Show des streng bewachten Eurovision Song Contest (ESC) und den angekündigten Demonstrationen in Wien hat ein Polizeisprecher die Lage als „sehr ruhig“ bezeichnet. Das sei schon während der ganzen ESC-Woche so gewesen und habe sich bislang nicht geändert Die Polizei war dennoch auch am Samstag mit einem deutlich sichtbaren Großaufgebot an Beamten und Spezialkräften im Einsatz. 11:29 Uhr – Bericht: Schwedische Kandidatin erleidet Ohnmachtsanfall Die schwedische Teilnehmerin Felicia Eriksson hat bei der Generalprobe für den ESC der schwedischen Zeitung „ Aftonbladet (verlinkt auf https://www.aftonbladet.se/nojesbladet/a/d4v1nq/felicias-andringar-far-byta-kostym) “ zufolge das Bewusstsein verloren. Demnach fiel die Sängerin in einer Loge in Ohnmacht, nachdem sie sich zuvor bereits unwohl gefühlt hatte. Die schwedische Delegationsleiterin erklärte den Vorfall mit Dehydrierung, Hitze und enger Kleidung. Es gehe der Sängerin aber „gut“. Man habe „Maßnahmen“ ergriffen, damit sich der Vorfall nicht wiederhole, etwa werde sie vor dem Auftritt nicht an der Flaggenparade teilnehmen. In mehreren Auswahlrunden vor Publikum hatte sich Felicia unter 30 Kandidatinnen und Kandidaten durchgesetzt. Vor zwei Jahren hatte die noch mit Strumpfmaske auf dem Kopf als Kunstfigur Fröken Snusk am Vorentscheid teilgenommen. Jetzt trägt sie stattdessen eine schwarze Spitzenmaske über Mund und Nase und schmettert der ESC-Gemeinde den pulsierenden Elektro-Popsong „My System“ entgegen. 10:34 Uhr – Jugendzentrum aus Baden gewinnt „Jewrovision“ Das Jugendzentrum „JuJuBa“ aus Baden hat den jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb „Jewrovision“ gewonnen. Damit setzte sich die Gruppe, die auch den Preis für den besten Gesang erhielt, in Stuttgart gegen zwölf weitere Jugendzentren durch, wie der Zentralrat der Juden in Deutschland am Freitagabend mitteilte. Auf den Plätzen zwei und drei folgten „Olam Berlin“ sowie „We.Zair Westfalia“. Die „Jewrovision“, die sich am Vorbild des ESC orientiert, ist nach eigenen Angaben das größte jüdische Jugendevent in Europa und stand dieses Jahr unter dem Motto „Voices of Hope“. Es treten jüdische Jugendzentren aus ganz Deutschland gegeneinander an. Die „Jewrovision“ wird seit 2013 vom Zentralrat der Juden organisiert, Schirmherrin in diesem Jahr war Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU). Zu dem bisher größten Wettbewerb kamen rund 2.700 Zuschauer. Finnland geht als Favorit ins Wiener Rennen, Deutschland mit Außenseiterchancen Jubiläum in Österreich: In der Wiener Stadthalle findet die 70. Ausgabe des Eurovision Song Contest statt. Teilnehmer aus 25 Staaten konkurrieren beim Musikwettbewerb unter dem Motto „United by Music“ – ein Hohn angesichts der Vorgeschichte der diesjährigen Ausgabe. Wegen des militärischen Vorgehens Israels im Gazastreifen hatten mehrere Staaten den Ausschluss der Republik gefordert. Im Dezember stimmte schließlich eine Mehrheit der Mitglieder der Europäischen Rundfunkunion (EBU) dafür, der israelischen Teilnahme zuzustimmen (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article6931c82a12247ae9cd982d4e/eurovision-song-contest-israel-darf-2026-teilnehmen-mehrere-laender-sagen-umgehend-ab.html) . „Kultur sollte immer etwas Verbindendes haben, und deswegen sollte auch dieses Forum genutzt werden und nicht Austragungsort politischer Differenzen sein“, redete der deutsche Außenminister Johann Wadephul noch den skeptischen Mitgliedstaaten ins Gewissen. Island, Slowenien und die Niederlande zogen dennoch ihre Teilnahme zurück (verlinkt auf https://www.welt.de/videos/video6a02b214cd4a28c470024476/wien-esc-von-streit-um-israels-teilnahme-und-boykottaufrufen-ueberschattet.html) . Auch Rekordsieger Irland entschied sich für einen Boykott. Selbst Spanien – bisher einer der Hauptfinanziers des Wettbewerbs – zog sich als Geldgeber, Teilnehmer und TV-Ausstrahler zurück. Bei den beiden Halbfinals in dieser Woche reichte die Kontroverse kaum für eine Randnotiz. Der österreichische Schauspieler Michael Ostrowski und die Moderatorin des RTL-Dauerbrenners „Let’s Dance“ (verlinkt auf https://www.welt.de/iconist/trends/article69c9a80404eeb30f4b10928f/lets-dance-staffel-19-eine-staffel-so-perfekt-und-oede-wie-anna-carina-woitschack.html) , Victoria Swarovski, führten unverwüstlich gut gelaunt durch den Abend. Und neben den insgesamt 30 Teilnehmern der Vorschlussrunde bestritten Vicky Leandros, Vorjahresgewinner JJ (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/video256133670/Eurovision-Song-Contest-JJ-gewinnt-ESC-fuer-Oesterreich-Deutschland-nur-Mittelmass.html) , die Akrobatikgruppe Zurcaroh sowie eine Musical-Einlage der Hosts über die Verwechslungsgefahr von „Austria“ und „Australia“ das Rahmenprogramm. Zehn ESC-Aspiranten mussten sich in den Semifinals bereits verabschieden, darunter die prominenten Kandidaten Vanilla Ninja für Estland und Boy George für San Marino sowie Eva Marija aus Luxemburg, deren erdverbundenes „Mother Nature“ sich kaum von Birdys „Keeping Your Head Up“ unterscheiden ließ. Erwartungsgemäß durchgesetzt haben sich hingegen die Favoriten der Buchmacher, Linda Lampenius und Pete Parkkonen für Finnland sowie der griechische Sänger Akylas. Ab 21:00 Uhr eröffnet Søren Torpegaard Lund für Dänemark den Wettbewerb, gefolgt vom deutschen Beitrag – „Fire“ von Sarah Engels (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article69fe61c8cd4a28c4700216f5/wien-ich-habe-ein-dickes-fell-deutsche-esc-starterin-sarah-engels-fuerchtet-keine-niederlage.html) .
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