Cyberchondrie: Internet-Selbstdiagnosen führen zu neuen Angststörungen
Mit drei Klicks zum Hirntumor: Selbstdiagnose im Netz führt zu neuen Angststörungen
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Immer mehr Menschen leiden unter Cyberchondrie, einer unbegründeten Angst vor schweren Krankheiten, die durch Internetrecherchen ausgelöst wird. Laut Experten sind vor allem jüngere Menschen betroffen, die oft falsche Diagnosen und übertriebene Ängste entwickeln. Eine Psychotherapie wird als wirksamste Hilfe empfohlen.
- 01Cyberchondrie beschreibt die unbegründete Angst vor schweren Krankheiten, die durch Internetrecherchen entsteht.
- 02Sechs Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter starken Gesundheitsängsten, besonders betroffen sind unter 35-Jährige.
- 0391 Prozent der Befragten haben bereits online nach Symptomen gesucht, ein Drittel davon um Arztbesuche zu vermeiden.
- 0440 Prozent der Gesundheitsinhalte im Internet sind nicht verifiziert oder falsch, was zu falschen Diagnosen führen kann.
- 05Psychotherapie, insbesondere Verhaltenstherapie, wird als effektivste Methode zur Behandlung von Cyberchondrie empfohlen.
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Cyberchondrie ist ein wachsendes Problem, das durch die Nutzung des Internets zur Selbstdiagnose von Krankheiten entsteht. Laut Heiko Graf, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin am Städtischen Klinikum Karlsruhe, führt die Suche nach Symptomen oft zu unbegründeten Ängsten und kann sogar zu Depressionen führen. Eine Studie der Universität Mainz zeigt, dass sechs Prozent der deutschen Bevölkerung unter starken Gesundheitsängsten leiden, wobei die Tendenz in den letzten 30 Jahren gestiegen ist. Besonders unter 35-Jährigen ist die Angst vor Krankheiten ausgeprägt, da sie das Internet intensiver nutzen. Eine Forsa-Umfrage ergab, dass 91 Prozent der Befragten schon einmal online nach Krankheiten gesucht haben, wobei ein Drittel angab, dies getan zu haben, um Arztbesuche zu vermeiden. Experten warnen, dass 40 Prozent der Gesundheitsinformationen im Internet unzuverlässig sind. Um Cyberchondrie zu behandeln, empfiehlt Graf eine Psychotherapie, insbesondere Verhaltenstherapie, die in der Regel innerhalb von 25 Sitzungen wirksam sein kann.
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Die Zunahme von Cyberchondrie könnte zu einer höheren Nachfrage nach psychologischer Unterstützung führen, was das Gesundheitssystem belastet.
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