US-Truppenabzug: Strack-Zimmermann rechnet mit SPD-Politiker Mützenich ab
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"Russisches U-Boot" Strack-Zimmermann rechnet mit SPD-Politiker ab Trumps Beschluss zur Truppenreduzierung schlägt Wellen in Deutschland. FDP-Politikerin Strack-Zimmermann attackiert SPD-Politiker Mützenich scharf. Der Beschluss von US-Präsident Donald Trump, die Präsenz der amerikanischen Truppen in Deutschland zu verringern, hat zu einer scharfen innenpolitischen Debatte über die sicherheitspolitischen Konsequenzen geführt. Die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann kritisierte den früheren sozialdemokratischen Fraktionschef Rolf Mützenich heftig. Auf der Plattform X erklärte sie: "Wenn ein russisches U-Boot bereits seit vielen Jahren in den Reihen einer Regierungsfraktion sitzt, braucht Russland keine eigenen Spione mehr." Trump hatte angekündigt, weit mehr als 5.000 US-Truppen aus Deutschland abzuziehen. Vor allem rund um den Standort Grafenwöhr in Bayern wächst die Sorge. Der CDU-Sicherheitsexperte Roderich Kieswetter warnte zudem vor der strategischen Lücke, welche die von Trump ausgesetzte Stationierung von US-Tomahawk-Raketen in Deutschland verursacht. - Truppenabzug: Hegseth zielt auf Standort in Bayern - Radikalumbau: In den USA wächst die Kritik an Pentagon-Chef Hegseth Die Tomahawk-Stationierung war noch vom damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) eingefädelt worden. Als Gegenreaktion auf die vom russischen Staatschef Wladimir Putin in der Enklave Kaliningrad stationierten Atomraketen. Scholz’ damaliger Fraktionschef Rolf Mützenich riet in der Debatte über Trumps Entscheidung nun zu neuen Abrüstungsgesprächen mit Russland. Man müsse darauf dringen, "dass die russischen, atomar bewaffneten Mittelstreckenraketen aus Belarus und Kaliningrad abgezogen werden", sagte Mützenich der "Süddeutschen Zeitung". Weitere Schritte könnten dann "in einen rüstungskontrollpolitischen Gesamtprozess eingebettet" werden, so der SPD-Mann weiter. Stegner: "Unverschämt, sondern schäbig und charakterlos" Mützenich hatte 1981 an der Universität Bremen über "Atomwaffenfreie Zonen" promoviert. Er gilt als entschiedener Entspannungspolitiker. Strack-Zimmermann griff den SPD-Politiker aber scharf an. "Unverantwortlich und realitätsfremd", schrieb sie auf der Plattform X. Es folgte ein Schlagabtausch auf den sozialen Medien. Der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner, ebenfalls ein Verfechter des Dialogs mit Moskau, schrieb über Strack-Zimmermanns Einlassung auf X: "Unverschämt, sondern schäbig und charakterlos." Er forderte die Europaabgeordnete zu einer Entschuldigung auf und erinnerte indirekt an den früheren FDP-Außenminister Hans-Dietrich Genscher: "Die anständige FDP stand einmal für Friedenspolitik." Der sozialdemokratische Politiker Karl Lauterbach, der wie Mützenich in Köln beheimatet ist, schrieb auf X: Man möge "die Position von Rolf Mützenich nicht teilen. Aber seine Motive sind ehrenhaft, er ist ein ehrlicher Mensch. Ihr persönlicher Angriff ist beschämend und unwürdig", so Lauterbach in Richtung Strack-Zimmermann. Selbst der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet erklärte, Strack-Zimmermanns Äußerung sei an "Niedertracht nicht zu übertreffen". Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen X-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren X-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren. Sicherheitsexperte stützt Strack-Zimmermann Mützenich verwies vor allem auf das Abrücken der USA von der Stationierung von Mittelstreckenraketen in Deutschland. Durch die von ihm befürwortete Abrüstungsinitiative könne Europa nun "eine Rolle zurückgewinnen, die in der Vergangenheit aus Abschreckung und kluger Diplomatie bestand", sagte der SPD-Politiker. Zu einer anderen Strategie riet hingegen der Sicherheitsexperte Nico Lange. "Kommen keine amerikanischen Raketen, brauchen wir deutsche oder europäische oder zumindest von amerikanischen Entscheidungen unabhängige Abstandswaffen, die konventionelle Abschreckung leisten", sagte er ebenfalls der "SZ". - Neue Geheimdienst-Daten: Putins tödliche Schlacht in der Ukraine - Putin unter Druck: "Die Ukraine hat eine Formel gefunden" - Ein Jahr Schwarz-Rot: Merz' Schicksal ist längst entschieden Seit 2018 wisse man sicher, "dass russische Iskander-Raketen in Kaliningrad stationiert sind und uns bedrohen", gab Lange zu bedenken. Wenn die Stationierung der US-Raketen jetzt nicht komme, dann "bleibt die Abschreckungslücke bestehen und Russland hat durch seine Raketen in Kaliningrad potenziell Macht über uns und wir könnten in die Erpressbarkeit rutschen", warnte Lange.
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